Die Bundestagswahl steht an und wiedervereint sprechen Jakob und Bruno über ein kompliziertes, relativ junges und hochphilosophisches Gefühl – das Ressentiment. Im deutschen ein Lehnwort aus dem Französischen, für das es keine wirklich adäquate Übersetzung gibt – im Französischen ein vom König des Essais, Michel de Montaigne, eigens geschöpftes Wort, bezeichnet es eine sehr genau benennbare Zusammensetzung einiger eher unangenehmer Gefühle. In der richtigen Konstellation ergibt sich als Ressentiment dann eine hochpathologische und politisch gefährliche Dynamik, die sich auch an der Wahlurne entladen kann. Damit es am 23. Februar nicht zu einer allzu destruktiv anklingenden Emotionensymphonie kommt, wollen wir euch auf die anstehende Bundestagswahl gebührend vorbereiten – soweit das philosophisch möglich ist. Wie immer gilt: Bekämpfung der Ernsthaftigkeit, auch parteipolitisch. Und das angesichts der Situation, in der wir uns BE-fin-den.
Außerdem: Jakob bewirbt sich als Sonderbeauftragter für die kommende Bundesregierung, Bruno arbeitet auf dem Friedhof. Im Hörspiel – wer hätte das gedacht – leidet ein Patient, trifft zu seinem Glück auf einen hochkreativen Therapeuten.
Niemand ist gefeit, ein Ressentiment zu entwickeln, am allerwenigsten schützt Geld davor.
Inhalt:
00:00:00 Anmoderation und Themenbestimmung
00:05:10 Hörspiel: Der Patient geht ins Offene
00:17:31 Definitionsansätze des Ressentiments
00:21:01 Ressentiment nach Montaigne
00:25:41 Definition nach Max Scheler
00:29:01 Nietzsches Theorie des Ressentiment
00:39:21 Wie erkennen wir das Ressentiment?
00:42:36 Verschwörungstheorien und Kollektivierung des Ressentiments
00:46:37 Schelers Stufenmodell des Ressentiments
00:52:21 Ressentiment und Demokratie
00:54:26 Leon Wurmser
00:59:59 Aussicht auf die Bundestagswahlen
01:08:26 Berufsbezeichnungen
01:11:15 Internet und Social Media
01:17:31 Schlusswort zu Ressentiment und Politik
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