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  • 21. Bildung als Microdegree?

    Philosophie der Bildung und Bildungsideale

    Wer ist man heutzutage eigentlich, wenn man statt eines Diploms 23 Microdegrees erworben hat? Was ist kanonisch und was ist ein Kanon? Fährt man heutzutage am Ende mit der Halbbildung noch ganz gut, weil bereits die viertel-/achtel-/sechzehntel-Bildung droht? Wollen uns hippe digitale Trends weismachen, Wissen sei dasselbe wie Bildung, und auch Wissen sei letztlich nichts anderes als Information? Das ist einer Ökonomisierung von Wissen und der Aushöhlung von Bildung allzu zuträglich. Am Ende braucht Bildung Zeit: Und die fehlt. Also verschiebt man Bildung aufs Wochenendseminar oder aufs Coaching, d. h., man will sie heute als Ware. Außerdem und nicht zuletzt hierarchisiert der Bildungsbetrieb, er regelt soziale Teilhabe und Zugang zu Wissen. – Übrigens: Welcher Humboldtbruder war der ältere? – Was war und gibt es noch Gelehrtentum? – Und weshalb tun sich Millennials und ihre unmittelbaren Vorläufer (wir) so schwer, sich für einen Lebensweg zu entscheiden? Festzuhalten bleibt: Wir leben in einer der schnellsten Zeiten aller Zeiten.

    Literatur:

    Wilhelm v. Humboldt: Theorie der Bildung des Menschen (ca. 1793), in: Schriften zur Bildung, hrsg. v. Gerhard Lauer, Stuttgart 2017, S. 5-12.
    Theodor W. Adorno: Theorie der Halbbildung (1959), in: Adorno: Gesammelte Schriften, Band 8: Soziologische Schriften 1., Frankfurt a. M. 1972, S. 93–121.

    Inhalt:

    00:00:00 Hörspiel: Metaphysische Apotheke

    00:06:14 Ankündigungen: Sommerpause, neuer Blog

    00:10:14 Einführung: Micro-Degrees und Bildungstypen

    00:21:04 Allgemeinbildung

    00:32:12 Bildung und Bildungsideal: Humboldt

    01:13:47 Halbbildung: Adorno

    01:40:24 Der unverständlichste Satz der Woche

    In unserer kommenden "II. Folge" sprechen wir über unsere Hassliebe zu und das Wesen der Sekundärliteratur.

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  • 20. Essayismus in der Philosophie

    Der Podcast als Form

    In unserer 20. Folge lesen wir Adorno und fragen nach dem Essay und seiner Form. Auch wenn es irgendwie mit Montaigne begann und wir den Podcast gerne als Anti-Platonismus charakterisieren würden, führt eben doch kein Weg vorbei an der Rhetorik, was schlussendlich bedeutet, dass wir jedenfalls im Dialog nie ganz von Platon loskommen. Nebenbei erklärt sich so, warum wir ideengeschichtlich schon immer auf der richtigen Seite standen – und welche Seiten überhaupt zur Auswahl stehen (man darf unserer Aufteilung gerne skeptisch begegnen). Wo sich Sophistik und Philosophie die Hand reichen (müssen), da bleiben wir ein Gespräch. Und das auch in Zukunft! Außerdem: Cicero und Brutus treffen sich ebenfalls zum 20. mal in Tuskulum — Maxim Klusch befragt in der POPMUSIKANALYSE Bob Dylan zum Krieg — und in einer neuen Kategorie wird ein Philosoph im Alltag befragt.

    Literatur:

    Theodor W. Adorno: Der Essay als Form (1960), in: Adorno, Theodor W.: Noten zur Literatur I, Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 9-49.

    Inhalt:

    00:00:00 Hörspiel: Cicero und Brutus in der 20. disputatio

    00:10:49 Thema, Fußnoten, Salonarchitektur

    00:26:22 Hörspiel: "Was man einen Philosophen niemals fragen sollte"

    00:30:53 Der Essay (Montaigne) als Form (Adorno)

    00:49:48 Skeptizismus und Skeptizismus

    00:57:41 Podcast als Anti-Platonismus: Das Ephemere und Vergängliche

    01:16:35 Schlechte Essays – Wa(h)renförmigkeit

    01:28:01 Sophistik vs. Akademik: Erkenntnis ad interim

    01:32:37 POPMUSIKANALYSE – Bob Dylan "Masters of War"

    01:38:48 Rhetorik und Zeitknappheit (Blumenberg continued)

    01:47:50 Kein Platonismus, aber dialogische Rhetorik: Nur der Pocast

    01:54:24 Wir bleiben ein Gespräch

    In unserer "II. Folge" sprachen wir bereits über den Krieg Russlands gegen die Ukraine.

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  • IX. Die große Ukraine-Debattenrundschau

    Perspektiven auf den Krieg gegen die Ukraine

    In zwölf Abschnitten haben wir uns thematisch geordnet und hoffentlich zielführend dem Absolutismus der Wirklichkeit gestellt und uns die relevantesten schriftlichen Beiträge zum Krieg Russlands gegen die Ukraine durchgelesen. Unsere Gedanken dazu in der großen Debattenrundschau zur Ukraine. Nicht zuletzt suchen wir mit Alexander Kluge den Möglichkeitsraum im Nebel des Krieges und im Nebel der Gedanken, welchen der mediale Rausch im Kriegsfall schnell auslösen kann.

    Aufzeichnung vom 21.04.2022

    Inhalt:

    00:00:00 Einleitung: Relativismus, Intellektualisierung und analytische Distanz

    00:15:47 Adam Tooze: Geschichte des Konflikts
    adamtooze.substack.com/p/chartbook-90-heavy-f…
    de.wikipedia.org/wiki/Shock_and_Awe

    00:37:23 Mary Elise Sarrot: Hintergrund des Kalten Krieges
    nytimes.com/2022/03/01/opinion/russia-ukraine…

    00:52:15 Spieltheorie: Nukleare Abschreckung (Thomas Schelling)
    faz.net/aktuell/wissen/geist-soziales/zum-tod…

    01:04:34 Herfried Münkler: Was hätte der Westen tun können?
    faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ukraine-w…

    01:09:45 Peter Zeihan: Geographie, Demographie, Geostrategie
    zeihan.com/russias-twilight-war
    zeihan.com/demographics-and-the-ukraine-war

    01:26:24 John Mearsheimer: Was Ukraine the West's fault?
    youtube.com/watch
    newstatesman.com/ideas/2022/03/john-mearsheim…

    01:33:07 Francis Fukuyama: Krieg am Ende der Geschichte?
    newstatesman.com/encounter/2022/03/francis-fu…
    newstatesman.com/ideas/2022/04/war-at-the-end…

    01:43:08 Putins Motive? (Adam Tooze, Putin selbst, Slavoj Zizek)
    en.wikisource.org/wiki/On_the_Historical_Unit…
    project-syndicate.org/onpoint/hot-peace-putin…

    02:05:05 Fluchtbewegungen, Geflüchtete und EU Doppelmoral
    project-syndicate.org/commentary/europe-unequ…
    de.wikipedia.org/wiki/Flucht_vor_dem_russisch…

    02:06:50 Yanis Varoufakis: Zelenskyi und Neonazis im gr. Parlament
    freitag.de/autoren/der-freitag/selenskyj-bele…

    02:09:38 Adam Tooze: Sanktions-Krieg gegen die russische Wirtschaft und globale Wirtschaft
    adamtooze.substack.com/p/chartbook-87-are-we-…
    foreignpolicy.com/2022/04/05/ukraine-russia-w…
    adamtooze.substack.com/p/chartbook-97-is-boyc…

    02:16:18 Deutsche Postheroik? (Herfried Münkler, Thomas Fischer, Alexander Kluge)
    faz.net/aktuell/politik/inland/wehrpflicht-wi…
    spiegel.de/panorama/ukraine-krieg-gas-und-oel…
    spiegel.de/panorama/deutschland-und-der-ukrai…
    zeit.de/kultur/literatur/2022-03/alexander-kl…

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  • 19. Von Rollen, die wir spielen

    Anthropologie des Schauspielers und Theater im Alltag

    Rollenspiel und Maskenball, Goffmanns ausgelutschte Rede vom unumgänglichen Theater des Alltags – und im Rheinland auch noch der Karneval. Padrone Plessner führt uns durch die Anthropologien von Schauspieler und Imitation und am Ende hoffentlich heraus aus der Zwickmühle zwischen Selbstbeherrschung und Exzess.

    Literatur:

    Helmuth Plessner: Zur Anthropologie des Schauspielers (1948), in: Plessner: Ausdruck und menschliche Natur, Gesammelte Schriften VII, Frankfurt a. M. 2003.

    Inhalt:

    00:00:00 Einleitung

    00:08:15 Spielen wir alle nur eine Rolle?

    00:14:11 Der Affe kann nicht nachäffen

    00:26:54 Reiz des Rollentauschs

    00:35:53 Verkörperung: Wir sind die Maske

    00:51:27 POPMUSIKANALYSE mit Maxim Klusch – De Bläck Fööss "In unserem Veedel"

    00:58:08 Antiessenzialistischer Subjektbegriff und Würde der Rollen

    01:15:51 Unverständlichster Satz der Woche

    In unserer "II. Folge" sprachen wir bereits über den Karneval.

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  • VIII. Karnevalistische Eilmeldung

    Eine Brauchtumsgeschichte mit polemischen Anteilen

    Unsere ofenfrische Karnevalsdiskussion wird überschattet von der Weltpolitik. Das greift Lust und Laune an, und Karnevalslaune ist bei Bruno und Jakob ohnehin schon ungleich verteilt…

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  • VII. Uhren und Spiegel

    Wir Selbst im Spiegel und in der gemessenen Zeit

    Wir sprechen über zwei verhängnisvolle Erfindungen. Darüber, wie sich unser Zeitempfinden vom zyklischen der Tages- und Jahreszeiten hin zu einem linearen, immer fortlaufenden wandelte (wodurch eine so bescheuerte Idee wie Fortschritt vielleicht erst möglich wurde). – Darüber, wie die Spiegelung auf natürlich vorkommenden Oberflächen eine schonende Unschärfe über unsere Gesichter legte, die wir zur Erhaltung unseres Selbstwertgefühls heute im digitalen "Filter", der über das Spiegelselfie gelegt wird, wiederkehren lassen. Also zurück zur Urzeit und weg von der Uhrzeit? Spiegelung in den Augen des Gegenübers statt in kalten Fassaden?

    Außerdem: David Hume sagte: "We never really advance a step beyond our self." Gegen wen richtet sich das? Wer hat denn da das Gegenteil behauptet? Das müssen wir leider offen lassen.

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  • 18. YOLO

    IDGAF-Intensitätssehnsucht als falscher Hedonismus

    Es geht um einen verzweifelten Ausruf, um eine Anrufung des Kurzweiligkeitsgötzen der Tatsächlichkeit, um ein missverstandenes Jugendwort? Von Hegel her erklären wir die Genese von YOLO, sprechen über den 1. und 2. Tod Gottes, und landen am Ende doch in einer eudämonologischen Antinomie von Schopenhauer. Die Lust lässt sich jedenfalls nicht austreiben, aber sie lässt sich zerstören. Das wiederum ist nicht erstrebenswert. Hedonismus sollte als Gesundheitspflege verstanden werden. Doch leben wir leider in einer vereindeutigten Welt. Fast fragen wir verzweifelt: Kann uns nur ein neuer Gott retten?

    Inhalt:

    00:00:00 Hörspiel: Yoyos Yolo

    00:07:28 Einleitung

    00:16:50 Kojeves Hegel

    00:35:10 Immanenz

    00:44:50 Von Hegel zu Nietzsche?

    01:11:26 POPMUSIKANALYSE: The Weeknd – "Sacrifice"

    01:18:29 Hedonismus als Gesundheitspflege?

    01:26:53 Das richtige Leben im Falschen?

    01:32:37 Unverständlichster Satz der Woche

    In unserer kommenden "II. Folge" sprechen wir über Uhren und Spiegel!

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  • VI. Einführung in die Wohntheorie (mit Daniel D. Liver)

    Grundzüge der speziellen Wohntheorie

    Einst im Weltaal in unendlichen Weiten vom Kronleuchter hängend, plötzlich herabgekommen, Selleriewälder durchschreitend und zu guter letzt im Eierschalensessel für unser Interview niedergelassen: Unser dritter Gast Daniel D. Liver, Professor für Raumtheorie und Wohnpsychologe. Wir sprechen über die Raumtheorie von Anfang bis Ende, von Hesiod bis zur topoglogischen Wende, und darüber hinaus bis in den Wohnmarxismus! Die Atomisten stellen sich dabei der Frage nach artgerechtem Wohnen auch im 20. Jahrhundert noch in den Weg. Mit Husserl und dank der phänomenologischen Methode gelangen wir am Ende gar bis nach China. Unverhofftes Glück: Prof. Daniel D. Liver würdigt unsere Woziologische Arbeit. Immer wieder tauchen schließlich im geisteswissenschaftlichen Betrieb neue Schulen auf, die neue Kehren, Wenden, "turns" und "pre-turns" produzieren – wir bringen endlich Licht ins Dunkel! Von der Raumtheorie in den Wohnraum und auf die Couch des Wohnpsychologen – hört rein und begleitet uns ins Neue Jahr!

    Vielen Dank an folgende Soundcrafter:
    freesound.org/people/celestino.anthony/sounds…

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    Und an euch alle: Frohes Neues Jahr!

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  • 17. Die Schule der Ironiker

    Philosophie der Ironie in mehreren Facetten

    Vom interessantistischen Lebensbezug schreiten wir zum ironischen. Der Ästhetiker will noch immer nicht er selbst sein. Das Instrument der Wahl dazu liefert ihm die Romantik: Eine zur philosophischen Grundhaltung weiterentwickelte Ironie. Wir schreiten von der sokratischen Ironie über die romantische bis zur postmodernen Ironie, um am Ende sogar hinter Sokrates zurückzuschauen. Wir sind der Ironie gegenüber skeptisch, wissen aber, dass der Ironiker einen Schritt weiter ist, als der Skeptiker. Also dran denken: Wer "Ja" sagt, muss auch "Nein" sagen. Viel Freude und frohe Festtage!

    Inhalt:

    00:00:00 Hörspiel: Ciceros Wintersonnenwende

    00:09:42 Vom Interessantismus zur Ironie

    00:20:10 Ironie des Alltags

    00:26:18 Immer wieder Ärger mit Sokrates

    00:47:47 Höspiel: Pyrrhon und sein Meisterschüler

    00:55:00 Die POPMUSIKANALYSE mit Maxim Klusch – "Last Christmas"

    01:01:45 Kant, Fichte und der Weg in die Romantik

    01:10:28 Universalironie und Universalpoesie

    01:28:51 Postmoderne Ironie

    Danke an folgende Soundcrafter:
    Olivier Girardot -> www.ogsoundfx.com

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  • 16. Vom Interessantismus

    Dazwischen sein im ästhetischen Lebensvollzug

    Im ewigen Dazwischen gefangen suchen wir als hoffentlich erotische Boten Auswege aus einer daimonischen Sackgasse des Zeitgeistes. Wenn alles interessant ist, alles akademisch "spannend" – was zählt dann noch? Und von wo aus lässt sich das alles als interessant beobachten? Wir sind eigentlich die Zuschauer unseres eigenen Schiffbruchs – doch dazu ein andermal. Ein andermal, ein andermal. Wir vertagen und bleiben eben: interessiert. Doch wir sollten uns nicht nur an der Möglichkeit unserer Gefühle berauschen. Schließlich scheint der Kipppunkt mit drei P schon erreicht zu sein; alles ist interessant, das heißt eigentlich, es herrscht die absolut gewordene Indifferenz.

    Inhalt:

    00:00:00 Hörspiel: Zeitgenössische Beichte

    00:06:50 Eröffnung – Sentimentaler Florist und Wohnpsychologe

    00:11:18 Kierkegaard – romantische Einführung – Korrektur: Die Rede ist kurz von NIELS Bohr

    00:26:45 Interessantismus – Lebensweise des Ästhetikers

    00:37:55 Hörspiel: DIE METAPHYSISCHE APOTHEKE

    00:43:53 Unterfütterung – Nietzsche – Kierkegaard -Doppeldeutigkeit des Interesses

    01:03:35 POPMUSIKANALYSE mit Maxim Klusch – "Deutschlands einziger Zuhälter-Rapper"

    01:10:13 Dekandenz – Universitärer Interessantismus

    Literatur:

    Søren Kierkegaard: Entweder – Oder. Ein Lebensfragment, herausgegeben von Victor Eremita, München 1975.

    Danke an folgende Soundcrafter:
    freesound.org/people/klankbeeld/sounds/571624
    freesound.org/people/mars_98/sounds/445035

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